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Sehenswürdigkeiten in Potsdam

Sehenswürdigkeiten in Potsdam

Mit einem Besuch Potsdams ist auch immer eine Reise in die respektable Vergangenheit des preußischen Adels verbunden. Als einstmalige Residenzstadt des preußischen Königreichs wartet die Hauptstadt Brandenburgs noch heute mit einer Fülle pittoresker Schlösser auf. Herrscher und Könige gleich mehrerer Jahrhunderte wählten Potsdam als Standort ihrer repräsentativen Bauwerke aus. Ergänzt werden sie von weitläufigen wie malerisch anmutenden Parkanlagen, in denen nach wie vor der Glanz des Adels spürbar erscheint. Dabei ist Potsdam keineswegs in der Vergangenheit steckengeblieben. Als moderner Wissenschafts- und Filmstandort ist Potsdam auch weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Damit schafft die Stadt den Spagat aus deutscher Geschichte und verheißungsvollen Zukunftsfragen. Für den optimalen Überblick folgen deswegen meine Top 10 Sehenswürdigkeiten von Potsdam.

Top 1: Schloss Sanssouci

Das bekannteste Schloss Potsdams zählt zugleich zu einem der imposantesten Residenzen der gesamten Region – obgleich sein Bauherr König Friedrich II. das Schloss ausdrücklich nicht repräsentativen Gebäude vorsah. Mit eigenerstellten Skizzen verfügte er den Bau ab 1745. Das Ergebnis war ein langgezogener Prunkbau im Stil des Rokokos, der zur Südseite ausgerichtet, den Blick auf die sechsstufige Weinbergterrasse ermöglicht. Dieser Schwerpunkt zeigt sich sowohl bei der Außengestaltung, die auf der Südseite deutlich aufwendige Verzierungen aufweist als ihr nördliches Pendant, als auch bei den Wohnräumen der Herrschaften, die allesamt auf der Südseite lagen. Der Innenausbau erfolgte unter Friedrich II. äußert pompös mit vergoldeten Stuck- und Holzarbeiten sowie umfangreichen Marmorarbeiten. Besonders das Konzertzimmer und der Marmorsaal zeigen noch heute den ursprünglichen Zustand. Andere Zimmer, darunter das ehemalige Arbeits- und Schlafzimmer, erhielten von Nachfolgern indes eine Veränderung hin zu klassizistischen Akzenten.
Etwas später kamen die beiden seitlich platzierten, freistehenden Gebäudeteile hinzu. Westlich liegt die »Neue Kammer«, die zunächst als Orangerie errichtet, schon bald aber um einzelne, reich dekorierte Festsälen bestückt wurde. Gegenüber befindet sich die »Bildergalerie«, die als erstes fürstliches Museumsgebäude exklusiv für die Ausstellung und Präsentation wertvoller Gegenstände erbaut wurde.

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1990 wurde das Schloss mit auf die Liste des UNESCO Weltkulturerbes aufgenommen. Hierzu zählt auch die gesamte Parkanlage, die sich vom südlich gelegenen barocken Ziergarten – mit einem kreisrunden Fontänenteich - aus, nahtlos auf eine Fläche von 289 Hektar erstreckt. Daneben befinden sich weitere Herrschaftsgebäude auf dem Parkgelände, darunter das Chinesische Haus, das Orangerieschloss und das Neue Palais.

Kombiticket: Eine Vielzahl Schlösser in Potsdam kann mit dem Kombiticket »sanssouci+« für 19,00 € deutlich günstiger besichtigt werden. Neben Sanssouci zählen dazu die Bildergalerie, Neue Kammern, Chinesisches Haus, Historische Mühle und das Neue Palais. Weitere Einrichtung sind aufgrund von Covid-19 geschlossen.

Top 2: Neues Palais

Friedrich II. ließ in einer Rekordzeit von nur sieben Jahren (1763 bis 1769) das Neue Palais im westlichen Teil von Park Sanssouci errichten. Damit stellt es eines der letzten bedeutenden Schlossanlagen des Barocks in Deutschland dar. Obwohl Friedrich II. das Schloss nur als Gästehaus vorsah, besticht der dreiflügelige Komplex mit einer beachtlichen Größe von 220 Metern bei drei Stockwerken. Zentrales Merkmal der Außenfassade ist die 55 Meter hohe Rundkuppel mit ihrer goldenen Skulptur dreier Grazien, die die auf einem Samtkissen gebettete Königskrone halten. Ebenfalls eindrucksvoll sind die rund 400 Sandsteinfiguren, die die Fassade vom Palais vollständig umgeben. Die Ausgestaltung der Innenräume ist ein Paradebeispiel des preußischen Rokokos (Friderizianisches Rokoko). Es dominieren Marmorapplikationen, die um verspielte wie filigran umgesetzte Goldarbeiten und Stuckleisten ergänzt wurden. Großflächige Wandgemälde vollenden die Raumgestaltung. Da jeder Raum über ein individuelles Thema verfügt, können diese für sich allein als gesamtheitliches Kunstwerk betrachtet werden. Zu den Höhepunkten zählen die vier Festsäle, der Muschel- und Marmorsaal sowie das eindruckvolle Theater. Letztes zählt zu den schönsten erhaltenen Sälen des 18. Jahrhunderts.

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Zu den Höhepunkten des Schlossbesuches zählen normalerweise das Schlosstheater im Südflügel und die prunkvoll ausgestaltete Königswohnung. Beide können zurzeit nicht besichtigt werden. Das Theater soll nach aktuellem Stand Ende 2020 im Rahmen von Sonderführungen wieder eröffnen. Wann die Königswohnung wieder öffnet, ist unbekannt.

Top 3: Orangerieschloss

Unter Friedrich Wilhelm IV. entstand mit dem Orangerieschloss das letzte große Bauwerk im Park Sanssouci – den Auftrag hierfür gab er 1851. Als italienisches Renaissanceschloss hebt sich das Ensemble optisch deutlich von den übrigen barock-geprägten Bauten des Parks ab. Die glatte, mehrheitlich geometriebetonte Außenfassade wird um dezent arrangierten Stuck ergänzt, die das Schloss in einem schlichten, aber nicht weniger imposantem Licht erstrahlen lässt. Die Gestaltung des dreiflügeligen Baus mit einer Länge von mehr als 300 Metern befasst sich dabei vollständig mit der Sonne Italiens. Neben der malerischen Gestaltung der Fassade waren es vor allem die südeuropäischen Pflanzen, die in den Pflanzenhallen einen Hauch des mediterranen Flairs mit an den Hof brachten. Die Szenerie wurde durch die palmgesäumte Gartenanlage ergänzt. Ein weiterer Höhepunkt ist der zentralliegende Raffaelsaal, der vollständig originalerhalten, mehr als 50 wertvolle Kopien vom weltberühmten italienischen Renaissancemaler Raffael zeigt. Seit 1990 ist das Orangerieschloss Teil des UNESCO Weltkulturerbes.

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Der Kauf südeuropäischer Pflanzen und Blumen ist für uns heutzutage selbstverständlich. Im 18. und 19. Jahrhundert war dies dagegen ein kostenintensives Unterfangen. So mussten die Pflanzen nicht nur aufwendig aus dem Süden transportiert werden, auch die Pflege im kalten Norden - vor allem im Winter - galt als eine Herausforderung. Die Präsentation einer umfangreichen Sammlung galt daher als Machtinstrument.

Hinweis: Das Schloss ist Teil des Kombitickets (siehe blauer Kasten Top 1).

Top 4: Chinesisches Haus

Das chinesische Haus im Park von Sanssouci ist in jeder Hinsicht ein prächtiger Gartenpavillon. In unmittelbarer Nähe zum Schloss Sanssouci diente es den adligen Gesellschaften als zentraler Aufenthaltsort in den warmen Sommermonaten. Erbaut wurde es von Friedrich II. in Folge des aufsteigenden Zeitgeschmacks chinesischer Kunst. Das Äußere des Pavillons wird von goldbesetzten Dekorationen dominiert, die chinesische Szenenbilder zeigen, wozu auch die Figuren zählen. Die Innengestaltung ist ebenfalls äußerst opulent ausgefallen, obgleich die Ausführungen dem Rokoko zuzuordnen ist. Nur das Deckengemälde hebt sich mit einem chinesischen Motiv hiervon ab, dass die exotisch anmutende Gesellschaft aus dem Fernen Osten aufzeigen soll.

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Ähnlich wie beim Orangerieschloss diente das Chinesische Haus auch der Machtdemonstration. Weder der König noch seine Gefolgschaft waren jemals in China. Nur die wenigsten Menschen nahmen eine solch beschwerliche Reise auf sich. Entsprechend selten und exotisch wirkten die Mitbringsel und Überlieferungen aus dieser Region. So war es nur den Reichsten und Mächtigsten überhaupt möglich, Nachbildungen aus China in Auftrag zu geben. Da auch die Architekten auf die wenigen und oftmals ungenauen Vorlagen zurückgreifen mussten, wirken diese Bauwerke in unserer Zeit kaum wie ein authentischer Nachbau.

Top 5: Marmorpalais

Aufgrund der lebenslangen Spannungen zu seinem Vorgänger Friedrich II. (der Große), versuchte sich Friedrich Wilhelm II. (spätestens) ab seiner Thronbesteigung möglicht wirkungsvoll zu distanzieren. So ließ er bewusst seine Sommerresidenz nicht im Park Sanssouci errichten, sondern wählte hierfür einen weit entfernten Ort am Seeufer des Heiligen Sees. Auch stilistisch sollte sich sein Privathaus von den barocken Bauwerken seines Vorgängers unterscheiden, weshalb die Fassadengestaltung und die Innenräume einen klassizistischen Stil erhielten. So überwiegen zwar weiterhin Marmor und Säulen, doch es fehlen die markanten Stuck- und Goldarbeiten. Die helle Einrichtung gilt auch heute noch als edel und zeitlos. Dies zeigt sich auch im Konzert- und Grottensaal des Anwesens. Abgerundet wird der Kontrast zudem in der Gartengestaltung, die den englischen Gartenbaustil als Vorbild nimmt.

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Die gestalterische Umsetzung eines solchen Schlosses galt damals als ausgesprochen teures Unterfangen. Zahlreiche Arbeiten – darunter Skulpturen, Gemälde und weitere Kunstgegenstände – kamen oftmals aus dem Ausland (oftmals aus Italien) und mussten sorgsam und unter größten Mühen nach Deutschland transportiert werden. Schlechte Wege, unsichere Passagen und einfache Transportkarren ließen diese Projekte oftmals langwierig erscheinen.

Top 6: Schloss Babelsberg

Das Schloss Babelsberg wurde 1833 für Kaiser Wilhelm I. als kleines Cottage erbaut und nach Bekanntgabe der preußischen Thronfolge ab 1844 deutlich ausgebaut – hin zur Sommerresidenz. Das im neogotischen Stil errichtete Gebäude wirkt durch die vielen kleinen und größeren Türmen inmitten zahlreicher Bäume sehr malerisch und entstand unter reger Teilnahme des Herrschers. Bedauerlicherweise bestehen die Räumlichkeiten nach Plünderungen zum Ende des Zweiten Weltkrieges nicht mehr im Originalzustand. Erhalten blieb dagegen die malerische Gartenanlage im neugotischen Stil, die sich auf 124 Hektar erstreckt. Sowohl die Mosaikterrassen wie auch die Wasserspiele können in den Sommermonaten besucht werden. Ein Sanierungsplan sieht zudem die aufwendige Restaurierung der Innenräume vor, weshalb diese aktuell nicht zur Einsicht stehen. Das Schloss ist Teil des UNESCO Weltkulturerbes.

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Schloss Babelsberg ist ein schönes Beispiel für die Gewichtung adliger Familien. Noch vor der Bekanntgabe als Thronfolgers zum preußischen König stand Prinz Wilhelm von Preußen als zweiter Sohn der Familie nicht im Rampenlicht der Dynastie. Entsprechend »überschaubar« war sein Anwesen. Als Thronfolger indes stieg seine Repräsentanz und damit auch sein Anspruch an Eigentum. Als späterer Kaiser war das Schloss Babelsberg dagegen kaum mehr annehmbar .

Top 7: Biosphäre Potsdam

Mit mehr als 20.000 tropischen Pflanzen und Bäumen lädt die Biosphäre Potsdam zu einer außergewöhnlichen Dschungelexpedition ein. Entlang eines abgesteckten Pfades durchstreifen Besucher den dichten Dschungel – und das bei angenehmen (heißen 27 Grad. Neben den Pflanzen leben hier auch rund 350 tropische Tiere, darunter Schildkröten, Leguane und tropische Enten. Viele bewegen sich dabei vollständig frei im Areal. Anschließend taucht man in der »Aquasphäre« der Weltmeere ein, wo exotische Fische und Korallen zu bewundern sind. Ein kleines Highlight bildet zudem das Schmetterlingshaus, indem hautnah viele große und vor allem farbenfrohe Schmetterlinge leben. Regelmäßige Themenstellungen runden einen Besuch schließlich ab.

Tipps & Infos

Die Biosphäre erstreckt sich auf zwei Ebenen, wodurch vor allem hohe Bäume und Pflanzen aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet werden können. Damit wird der Urwald noch erlebbarer.

Top 8: St. Nikolaikirche

Die St. Nikolaikirche am Alten Markt beeindruckt bereits von weitem mit ihrem auffälligen Erscheinungsbild. Die 77 Meter hohe Kirche im klassizistischen Stil besticht durch ihren quadratischen Aufbau samt glatter Fassade, währendessen der säulenbestickte Rundbau mit dem markanten Deckenabschluss unverkennbar an einen römischen Tempel erinnert. Dies gilt umso mehr für den vorgelagerten Haupteingang. Glücklicherweise handelt es sich bei der denkmalgeschützten Kirchen um einen originalgetreuen Nachbau von 1850, nachdem große Teile während des Zweiten Weltkrieges zerstört wurden. Der sakrale Innenraum beeindruckt durch ein rundes Deckengewölbe und den erneut zum Einsatz gekommenen römischen Säulen. Lohnenswert ist auch ein Aufstieg auf das Dach der Kirche, für das ein Entgelt entrichtet werden muss.

Tipps & Infos

Die Epoche des Klassizismus ordnet sich von 1770 bis 1840 ein und zeichnete sich vor allem durch den architektonischen Rückgriff griechischer Stilmittel zur Antike aus. Hierbei griffen Architekten auf wiederkehrende Merkmale zurück, deren Erscheinung möglichst mächtig wirkte. Besonders beliebt waren grade, formvollendete Strukturen gepaart mit Säulen und einem hohen Deckenbau. Den Abschluss bildeten Rundkuppeln oder Giebel. Als Dekor an Decken und Böden kam Marmor zum Einsatz. Auch an Skulpturen erfreute man sich in dieser Zeit, weshalb zahlreiche griechisch bzw. römisch anmutende Figuren und Büsten hergestellt wurden.

Top 9: Filmpark Babelsberg

Über dem Gelände vom Filmpark Babelsberg – der unmittelbar an den berühmten Filmstudios grenzt – schwebt ein Hauch Hollywood, den Besucher beim Durchstreifen der Kulissen und Shows erleben können. Der Filmpark ist vor allem für das Original-Außenset von »Gute Zeiten, schlechte Zeiten« bekannt, das im Rahmen einer geführten Tour besichtigt werden kann – zusätzlich zu den Kulissen von »Lummerland« aus dem Film »Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer«. Daneben sind thematische Kulissen unter anderem zum Mittelalter dargestellt. Zu den Höhepunkten zählen vier Shows, darunter Stunt- und Westernshows. Abgerundet wird der Besuch durch einige Attraktionen, wie einer Wasserbahn oder einem 4D-Actionkino.

Tipps & Infos

Der Filmpark wurde 1991 unmittelbar angrenzend zu den Filmstudios eröffnet. Das Studio wiederum wurde 1912 gegründet und ist damit das älteste Großatelier-Filmstudio der Welt. Neben zahlreichen internationalen Filmproduktionen werden hier auch mehrheitlich deutschsprachige Serien produziert.

Top 10: Altes Rathaus

Wie ein kleines Schloss steht das Alte Rathaus im Zentrum von Potsdam. Im italienischen Barock errichtet, besticht das 1755 eröffnete Rathaus mit einer glänzend weißen Außenfassade und der markanten Gold-Statue auf dem Dach, die eine Atlasfigur zeigt. Hier residierte bis 1945 der Bürgermeister, bis das Gebäude vor Kriegsende schwer beschädigt wurde. Seit dem Wiederaufbau wird das ehemalige Rathaus als Kulturhaus wiedereröffnet. Heute finden dort verschiedene Informations- und Kulturveranstaltungen statt. Verwalrtet wird das Gebäude vom Potsdam Museum.

Tipps & Infos

Entsprechend des Baujahrs wurde das Rathaus von König Friedrich II. in Auftrag gegeben. Hierbei handelt es sich um das vierte Rathausgebäude der Stadt. Das heutige Rathaus ist Teil des 1907 erbauten Regierungsgebäudes für das Land Brandenburg.